Foto: Dina Lucia Weiss
Foto: Dina Lucia Weiss

Zu Gast im Mai

17-05 | Philipp Röding

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Dezember

16-12 | Jürgen Bauer

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Oktober

16-10 | Didi Drobna

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im September

16-09 | André Patten

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Mai

16-05 | Valentin Moritz

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im März

16-03 | Elias Hirschl

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Februar

16-02 | Markus Mittmansgruber

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

1031

zwischen zier und angel

die überweisungsträger überreicht. die probepäckchen venlafaxin gut verstaut. nun geht es
ambulant weiter. der kopf bleibt (und) weiß:
als wär das hirn eine verschlüsselte anstalt
eine ewiggeistrige unter tro
jambischer sprachklischees / unter
trost und wasserzeiten
einzel-terra
nova

1030

was soll das?

(text und musik: sebastian van roehlek)

1029

bist du angenehm verstaut?


bekommst du luft? ich meine, es könnte ja sein … du weißt schon. es ist eng zwischen den koffern. aber schau, wir sind bald da. schlaf ruhig ein wenig. oder … hast du empfang? ich meine, ist der empfang gut? hast du empfang? ist doch nicht stickig? sag, ist es stickig? wir sind bald da. ich muss mal eben … aber dann geht’s direkt weiter. hörst du? bald da.


wir sind bald da. hörst du? schieß doch ein bild hoch. du kannst immer so tolle bilder. die fotos, lad mal eins hoch. das muss die welt doch sehen. wäre schade. deine bilder sind … also so tolle bilder immer. ich sag gestern noch zu meiner kollegin, “schau mal, das ist ein so tolles bild.” ich hab ihr das gezeigt … du weißt schon … das vom letzten jahr … dieses eine. so schön. tolles bild. echt tolles bild. und ich sag gestern noch zur kollegin, “schau mal!”, hörst du?


ist es nicht zu stickig?


hach, diese sonne. endlich wieder sonne. macht einen anderen menschen aus dir. wie heißt es so schön: frühling lässt seinen holden, belebenden duft. – ja, die poesie. ich hab seit jeher geliebt, schau, die poesie stimmt immer milde. so ein reim an richtiger stelle und alle sorgen sind wie weggeblasen. hörst du? besser als 21-22-23. was sind zahlen gegen poesie? da hab ich recht – oder? siehst du auch so? was macht das bild?


hast du empfang?

1028

ablaufen

ich bin von kopf bis fuß auf lyrik eingestellt

     1. lyrik zieht nicht. alle wollen fakten: der schiefe turm von pisa ist in wahrheit das letzte

         einhorn.
     2. dem hastigen lesen wirkt lyrik wie eine stechende mücke. verweilung hingegen gibt

         dem gedicht die chance, sich zum elefanten zu entfalten.


lyrik ist zeilstoff /den ritzen wir uns ins auge /den pressen wir uns ins ohr /den blasen wir uns ins hirn /dort geilt das lyrische ich


     3. lyrik ist krisensicher. die krise ist ihr zuhause.
     4. in meiner lyrik mache ich stunts noch selber.
     5. wenn man in die lyrik auswandern könnte und das stromkabel reiche bis in die

         prosaische welt.
     6. dann brach er unter seinem eigenen gedicht zusammen.

lyrik ist schwer zu überleben

1027

abruppig

es stopft sich so schön das ist die nach innen gefugte kunst die es braucht ohne gehalt zwischen leonin und lachenmann liegt eine mikroskopisch abendländische sekunde du leeres neuronenzimmer das durchgang ist und schwerer zu vermieten / im hirnstammlokal ein weiteres zimmer als bunker für all das material durch das du deine ideen schleust oder: mit dem durch deine ästhetischen augen verseuchten material verschleiß verschleiß verschleiß präparatebunker aber ja versicherungsunternehmen gleichschwebende jinglemobilität damit auch nichts
 
 
so stirbt
wie einst die kunst der fu

1026

liebesmühle

in welche magengrube einfahren oder
das drahtgewächs künstlich aufblähen
sei meine opferinstitution hirn lass mich
abhängig sehen das duvonmir und das ichvondir
ganz klassisch verteilt die rollen
WIR SIND EIN GUTES PAAR EIN TRAUMPAAR WIR
ergänzen und im nichts und
in nichts ergänzen wir uns
während du deine transmitter herbeisehnst
liege ich im bett und weiß um deine verlorene ganz schmal und karg gewordene verwahrloste liebesmüh
den staudamm baust du in jeden spalt
als biber verkleidet denn biber fändest du süß
würdest du etwas empfinden
ich ziehe derweil meine tentakel durch
deine angemessene sprache
die du mir empfindsam zur verfügung stellst
als würdest du …
noch bleiben nächte
sie machen uns durch

1025

fensterplatznotizen 24.02.2013

die gedanken schleifen lassen
betrieb im veraltungsplapparat
 
fensterplötzlich an den rundungen erkennen
dass das ein baum ist neben einem baum / standtraktoren sehen
ein reh und noch ein reh
auf weitundbreit-basalflora
 
gemistelte zweige vor braunschweig
die gartenlaube am gleisbett und bielefeld
zum wiederholten vergnügen daniela seels “Ich kann diese Stelle nicht wiederfinden”
 
draußen spielt ein koffer eine rollende trage
 
dann das: ein fitnessstudio
ich assoziiere überrascht:
sprechen ist ein fitnessstudio. dort trifft man sich an abgegriffenen geräten zu ewiggleichen bewegungsabläufen. zur musterautopoesie. man meint, dadurch fit, kräftig, geschmeidig zu bleiben.[naja, dieser vergleich muss verbessert werden oder auch fehlerhaft bleiben. was will man mehr.]
doing ‘undo’
die wolle wölbt sich über dem blähbauch
in düsseldorf düst eine pappbecherarmee über den bahnsteig zur zugbindung
in köln verlassene cowboys und jeckzeitoptimierte gesichter vorm 4711-bahnhofshorizont
 
düren: geburtstadt michael lentz’ – was man auch hört
 
nun autoankunft baesweiler bei aachen / vom beifahrerfenster aus sieht man:
es blühen so scheu die kroketten

1024

mit der zeit
sammelt sich
der straßen
dreck einer
stadt auf der

kleidung spät
er dann auf der
haut und endlich
tief in deinem

leib der zum kör
per mutiert wie ein
punkt du sagst ankunft:

(weißt nicht, ob ankunft und körperlandkarten synchron verschwimmen.)

1023

gesetz

schließtextbedächtiges aufhorchen
stoffe zum wohlfühlen sagen wir das goldene vlies
oder mütter zum knuddeln sagen wir mischwesen aus
iokaste und medea
                                                                      ‘o, e-mediakaste’
vernaschen und gefressen werden
anschließend ins bad zum zähneputzen
 
zurück bleibt ein umstandskörper sagen wir
abgerichtet sagen wir
verabschiedet sagen wir
text

1021

die botschaft hör' ich wohl

natürlich habe ich versucht
über fakten zu schreiben
über astern oder nelken oder rosenrosenrosen über bäume oder gärten oder kraut undoder rüben über kumulluswolken sowie über kumulluswolken im allgemeinen und über kumulluswolken im speziellen über eichen und wälder über kakteen über gummibäume oder ping pong (ping pong ping …) über astern [da sind sie wieder] über lilien über blauschimmel oder weiße schimmel oder unverheiratete junggesellen über jacken geschlossene offene haare [nee, haare hab ich schon durch] über nachtfalter und nacktmulle und flora und sauna über den urtrieb über wattenmeere krabben über all your meat is loaf über englischkurse über augenreiben brillen mützen schädeldecken oder sehnsucht (die weiß nicht, was ich leide) über leibspeisen seitanburger tofuschnitzel katzen süß katzen awww(www.) oder über briefmarken schritttempo flussschifffahrt und schieferplatten oder fff/ppp über general

über labertomie und über unterschiede weil: vive la différance! über snackpoint charlie über fußnägel über bunsenbrenner oder bremer megacity-musikanten oder aber über unterammergau oder übertrieben über triebe über nächstenliebe (liebe deine nächte wie dich selbst) oder lieb von dir oder zu mir über hautprobleme oder schlammprobepackungen über schlangenkacke über sieben brücken über den wolken (kumullus) über

drüssig:
allein mir fehlt der glaube

1020

doch meine geister nähe ich noch selbst
laken sind schon ganz gespenst
klammern mauern zwischen
dich und deine
zeit

mit herzdank an ianina ilitcheva,
fürs wörterzurverfügungstellen
und fürs wunderbar-sein, oida!

1019

thema
mit eselskrücken durch den wortschatz latschen
auf oktoberbeifall [nebenschaublätter] und außerdem:
ein trompetenwechsel täte mal gut
da kommt der november gerade recht:

var I
arsch zu fuß mit krücken durch den wortschatz
jubel am oktober [mehr blätter suchen] und damit:
einmal wechseltrompete gut täteräte
seit november sehr bequem ist:

var. II
auf krücken gehen in den wörterbucharsch
jubeloktober [mehr blättern reicht’s] und damit:
trompetenänderung einmal tut gut
der november ist sehr günstig:

var. III
geht auf krücken, arschbuchwörter!
oktobergerollt [mehr kartenrecht] und damit:
thrombosewechseln Sie bequem in den november:

var. IV
krux -> die schrift über das wort ‚arsch‘!
oktober und so [der plan] rollt - 
einfach im november zum trampeltier navigieren:

coda
oktavrollen nach vorschrift:
alles november macht der november
arsch
!

1018

lauer im kopf  / berlin 14. november 2013

dies ist ein in-der-welt-sein
ein geworfensein
aufgeschmissen/draufgesch
rieben: sich die hände
um es warm zu haben
für das offene buch mit
sieben: siegeln / nicht: siegen
 
sitze kreuzung friedrichstraße/kochstraße. checkpoint charlie. disneyland. mein blick fällt auf das mauermuseum. mein blick fällt.ich falle mit. frage mich, wie sehr etwas (auf welche weise) gewesen sein muss, um betrachtungsrechte zu erhalten. mit dach überm kopf und immer den gang entlang.
was darf begangen werden. was davon ist vergangen. was davon wird vergangen bleiben. und woran hat man sich vergangen. für die optimale ausleuchtung einer geschichte, die keine gewesen sein wird.
die wahrheit aber ist naheliegend. klar auf der hand. die erde ist eine scheibe, um die sich die sonne brav dreht. klar auf der hand: der eid ist eine scherbe und
der erbe hat keinen schneid.
genug mit den worten gespielt. der mensch ist nur da ganz mensch, wo er spielt. und ganz sind wir nicht. nicht ganz dicht.
mauermuseum. jeden tag die eigenen mauern nicht sehen. dabei wären sie geeigneter, betrachtet zu werden. das bessere wollen und mauern zu fall bringen. das bessere wollen, aber nicht gönnen. selbst wenn das bessere 'überleben' bedeutet.
ich habe das 'bessere' gewollt. "kinderüberraschung" hieß es für mich. für andere hieß es lebensbedingung. und auch heute gibt es menschen, die besseres wollen. unter ihnen sind zahlreiche, denen selbst lebensbedingung zu fern klingt, da ihnen die überlebensbedingung genügte.
geständnis ->
ich weiß nicht, wie dieser text sinnvoll ausklingen kann, da mir folgendes bild noch viel zu nah geht, es aber mitgeteilt werden möchte:
berlin / brandenburger tor / pariser platz / wiener kutschen / nva-soldat / schwarzgeschminkter gi / micky maus / darth vader / dazwischen: sei wochen ausharrende flüchtlinge = menschen
dieses bild. so irritierend. und ehrlich, ich habe dagestanden und konnte nicht anders als weinen.
-
(weitermach-)finale
flugblatt: "Wir sind Menschen, und da wir unser Menschsein nicht ändern können, wollen wir die unmenschlichen Zustände ändern."
weiter
endlich weiter...!

1016

kreisverzehr

sich etwas in die finger saugen
der filter im handgelenk ist voll
da wohnt eine wachsende metropole
im fieber zur schrift / der rückzug in den
subkutanen raum hat längst begonnen
aufzuhören und der rückzug in die kleinflächenhand strapaziert den lebens
linienbus oder wie das umsteigen heißt
der filter ist voll und niemand des fiebers
weiß was diese vers-ehrte welt mit richt
ung noch soll

1015

darf ich            mich an deine verse hängen


darf ich     in dir verwickelt                                                      sein   
darf ich     ein bisschen mehr                                                sein
darf ich     die liege deines lebens                                       sein
darf ich     dein übernachtungs-ekg                                      sein
darf ich     der kokon deiner metapher                                 sein
darf ich     der tritonus in deinem liebeslied                        sein
darf ich     das räuspern deiner schattenseiten                  sein
darf ich     dein huschendes widmungshühnchen             sein
darf ich     das ampelmännchen deines fieberwahns       sein

darf ich dumm aus deiner wäsche schauen
darf ich dich zu einer sphinx einladen
darf ich dich zum tanz reanimieren
darf ich an deinem duft verenden
darf ich dein hände naschen

                                                                      darf ich
                                                                                wen
                                                                                      grüßen

1014

aromennichtsromane

während mir nichts einfällt
verliert sich der schaum in der tasse
hochland ceylon mit milch
laktosefrei / ich bin ein snob
einsichtbar am caféfenster
 
während der kuchen schmeckt
sich schmecken lässt / vielleicht / ich spüre nur beiläufige süße
zwischen unsortierten gedankenzwängen
die suchmaske meiner augen betastet ahnungslos
was ich hören will / ich weiß es nicht
mir fällt nichts ein

1013

kann mir mal bitte jemand diesen blick wegnehmen
diese einzigunartige landschaft in meinen augen
in den drinnenaugen eine landschaft
ein landschuft
unartig
 
mit diesem blick ist kein friedenschließen
dieser blick ist wache
ist fenster auf abwegen
ohne straßenbeleuchtung zur ewig verhangenen neumondnacht
 
ohne straßenbekleidung
nur nackt bockt hinter der gestriggardine
dieser sturstierige
blick

1011

time is it ja

this is my first
poem in an
dere sprach

1010

wenn in den eigenen hierwänden
                                                                                                                                                      nichts
liegt außer ein oben und ein anderes oben
nebenschwaden voller oben
denn du passt überall drunter …
wenn es aussieht wie die linoleumdecke
unter der ein küchentisch vor sich hinformelt
was wohl gesagt werden wird am abend über
den ellenbogen / da stützen sich die gesichter
(oder wie das vordere stillleben heißt)
weißnichtwie drauf ab …
manchmal stehen sie
die unterarme vom tisch aus weg wie eine blume
die hände hängen blüten vom oben und
oben erdrückt / als wäre das ein himmel
vollgepackt mit allem ‘nun?’ …
sind leere worte von oben
[an/abwesenheitskippeln]
sie prasseln auf den tisch
während du den fleck von der decke ärmelst
kehren gesichter ins stillleben zurück

1008

aus den übervollen erschöpfen
dort wo das ausmaß kein reißbrett mehr kennt
dort wohnt dein nicken / als wäre ein kissen bereit
dich zu erholen / das wäre ein bruch
stück / als solches unaufführbar und
maßlos überschrieben

1007

entziehungsstatus

wir kennen uns vom seh

                                                                                                                                                          nen
wir kennen uns flücht
                                                                                                                                                          end

1006

automanisches schreiben.

fang einfach mal an. keine ahnung, was das bringt. das ist ja der trick. ein helferfuß klagt über die rückenproben seiner betriebversammlung und denkt sich nichts dabei. die pilotprojekte sind eh bereits vergeben. ihm bleibe kaffee und kochen desselben und trinken bliebe ihm der rest, sofern er bliebe, bis der letzte das licht ausmachte und kaffee leuchtet im dunkeln.

am daraufasertag stürzte er sich in ein anderes vorhaben. es begann mit der senkung der lidpreise und die tastatur kam ihm immer näher. das macht doch nichts. schlafen ist nicht obligatorisch. ein antonym für nichtschlafen ist nicht nichtschlafen nicht. oder doch, was aber bereits auf dem weg zur arbeit geklärt werden konnte, als er auf eine sightsie traf, die ihm erzählte, dass jenes gebäude, in dem er wohnte aus einer anderen zeit stammt, die nicht jetzt ist, sondern mit edelstahlgeländern an der treppe, was ein zeichen für die 1990er sei, so über den daumen. genaueres könne sie ihm nach ihrem begleitseminar zur vorlesung “einführung in die geschichte der rohbauarchitektur der 90er, explizit der 1990er, in bezug auf häuser”, berichten. er antwortete darauf, dass er sie nicht kenne. das wiederum überraschte sie, weil sie ihn ja gar nicht angesprochen hat, sondern ihre durchsagen nur so laut seien, weil es sich beim zeitziehingbus um ein oben-ohne-gefährt handelte, also cabriolisch ausgedacht von den langgefährtausdenkerInnen dipl. “achso!”, fuhr es aus ihm und, ob er ein autogramm haben könne, da die informationen als solche kultstatus hätten, vor allem hier in der aufblühenden metropole. er habe sie des öfteren schon vom küchenfenster aus beobachtet, wie sie da mit ihrem großraumcabrio an seinem küchenfenster vorbeifuhr, von dem aus er sie des öfteren schon beobachtet hätte. sie mache das richtig gut. da könne so ein autogramm nicht schaden. vor allem ließe es sich in einigen jahren gut verkaufen, sofern sie seiner prophezeihung folge und ein glanz höchster güte würde – in dieser stadt mit privatem und loft und auch einem tunnel für die bahn. in einer stadt, das wiederum wisse er, mit einem zentralen verkehrknotenpunkt mitteldeutschlands, den diese stadt in person nicht nur habe, sondern sogar sei. da habe er seinen fromm durchaus gelesen. fromm lag eines tages vor seiner haustür in einer kiste. “zu verschenken”. nebenan lagen andere bücher, über blumen auch und er dachte sich, blumenbücher sind besser als blumen, da man sie nicht gießen müsse, das habe vorteile, vor allem vor der klassenzugehörigkeitsoption ständigen reisens. da könne man die bücher einfach zum nachbarn bringen und es würde nicht einmal etwas ausmachen, wäre der nachbar gar nicht da.

ja, das freute ihn so sehr, dass er nicht mehr weiß, ob alle zeitformen, die indirekte rede und der konjunktiv stets korrekt, sprich: überhaupt angewandt worden seien sind oder angewendet. angewandelt hatte er sich, weil:

kann man machen!

1004

ohne belang

spätestens jetzt sieht man
dem gedicht an dass es unter
freiem himmel geschrieben wurde
was allerdings nicht der tatsache entspricht
 
im schwüldrückenden innencafé entstand
zwischen hintergrundlistening und milchschaumschlange
der dritte vers der zweiten strophe
 
es ist gut möglich
zwischen den zeilen gesprungen zu sein:
wahlweise von draußen nach drinnen
oder von drinnen nach draußen oder von
drinnen a nach drinnen b …
 
oder aber dass sich jener dritte vers der zweiten strophe
gegen viele durchsetzen konnte
ist ebenso gut möglich
 
für dieses gedicht sind solche kleinigkeiten jedoch

1003

ach?

und du?

darf ich fragen?

ich bin niemals betrübt

denn wenn man es immer ist

fällt es irgendwann nicht mehr auf

oder es fällt auf und man kann von glück

sagen dass es das tut und nicht nichts mehr

auffällt oder eben dass es nichts mehr gibt was

auffällt und nicht nichts mehr ist was auffallen könnte

oder hätte auffallen können oder aber eben nichts und eben

gar nichts was aufhellt in dieser zeit die niemals ist weil ich gar nicht

weiß ob das was ist dieses auffallen was soll das denn sein und hast du

eine ahnung davon oder sagen wir ich denn ich ist mein schutzraum und du

bist mir zu nah-ahnend und überhaupt ist jedes wort hier überhaupt ganz und

gar überflüssig und nichts nichts ist in diesem wort und nichts nichts in jenem

wort und landung zwischen den zeilen ist bruchlandung oder brauchland

ung oder sind asseln im wort wie narzissen oder steht der faulende

kreidemund im fokus deiner ich-terpretation was kann dieser

test und überhaupt und damit meine ich überhaupt

schon bedeuten was kann es sein wenn hier

genau hier sprich hier nichts steht lassen

wir und damit meine ich wir lassen

das sonst kommen gedanken

herbei die mich zutiefst

betrüben und ich bin

nie betrübt und

niemals lassen

wir das ich

bin nie

mals

1002

einheitsfahrt gen himmel



zwischen schoß und choral liegt ein fünfminutenfußweg


und jeder schritt ein umschalten durch die straße zap


pen währenddessen eingeweidereinkarna


tion und blick ist dabei eine kopfbewegung nur


vom kruzifix zum hundekot das ist ein einbie


gen in die querstraße aus der ich als konversa


tion hervorgehe wie duftendes haar du an mei


ner seite im bündel reißt du mir die haare mit


der bürste lieblich nachgeschrubbt die kopfhaut wund wir


gehen unbeirrt nur sanfter läge ich auf dei


nem (wie sag ich’s) schoßaltar

1001

immer dort

den bauch leertanken den körper zurückziehen in seine möglichkeiten die auch nur vorschriften sind da gibt es kein entkommen manche vorschriften könnten mir so passen und so weiter und so fortbewegen fortbegehren ist das ein ende


aber das ist kein ende es ist ein objektiv auf der zwangsgeraden die sich nylon nennt und faden und durchgeht durch die extreme ganz banal und du darüber hinweg wie auf gleichgewicht und sucht ach immer diese sucht und immer dieses gleichgewicht


aber das ist kein senden das ist nur geschrieben verpackt und dann doch ein senden es ist so: manchmal zähle ich die städte durch in denen ich schon war es sind nicht viele aber da war ich schon und überall ist die stadt synchron zu meinem kopf gelaufen ein stück zusammen ein stück auseinanderdriftend naja synchron was heißt synchron vielmehr lag die stadt bei 441 hz ich hingegen bei 440 hz das vibrierte ab und an und kitzelte war es laut war es voll immer dann wenn wir uns einig waren und bereit zur überlagerung was heißt das schon


aber das ist kein bauch in seinen möglichkeiten


das ist kein ende


das ist nicht einmal was oder irgendwas das ist