Foto: Dina Lucia Weiss
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Zwischen Schaumstoff III

Ich atmete ein. Die Luft war frisch vom Regen und anders. Anders als daheim.
Ich sah auf Daisy nieder. Ich dachte, nie werde ich wieder nur zu zweit sein mit ihr. Und das war ein gutes Gefühl und auch ein furchtbares Gefühl. Ich dachte an dieses Bild, das idyllische alte Bild von Klein-Daisy, die auf der Schaukel saß und ich tauchte sie nicht an, nein, keine metaphorische Bedeutung von höher und höher. Nein. Ich lag auf dem Boden unter ihr und Daisy schaukelte über mir. Ihre kurzen Beine berührten mich nicht einmal. Und doch waren wir eine Einheit, sie oben, ich unten. Sie quietschte jedes Mal vergnügt, wenn sie über mich hinwegdonnerte und ich lachte zurück, denn darum ging es: egal wie sehr sie strampelte, sie kam nicht von mir weg und egal was ich tat, ich war ihr Auffangnetz. Bevor der Boden für Daisy kam, war da noch ich. Und bevor für mich die Sonne schien, sah ich Daisy auf mich runterlachen.
Und ich fragte mich, ob da noch Platz war für jemand anderen. Wo war da Raum? Wer von uns zwei musste zur Seite rutschen. Ich sah zu Charlie und ich dachte auch an Gilbert. Und Cecilé, Silvija und Lukas. Es war Platz genug. Ich musste nur Platz machen wollen.
„Wir gehen jetzt“, sagte ich.
„Ich warte hier“, antwortete Charlie. Er reichte uns den Regenschirm, aber Daisy schüttelte den Kopf. Mir war übel.
„Komm Lisa“, sagte Daisy. Sie zog sich den Schal vom Kopf und reichte ihn Charlie. Sie führte mich über die Straße. Wir gingen die wenigen Stufen zum Hauseingang hoch und blieben stehen. Neben der Klingel stand sein Nachname. Unser Nachname. Er sah fremd aus, fremd und furchteinflößend.
„Hast du Angst?“ fragte Daisy. Sie drückte beruhigend meine Hand.
Ich lächelte sie an. „Ich sag's dir in einer Minute.“
Dann drückte ich die Klingel.

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