Foto: Dina Lucia Weiss
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80% des eigenen Erfolgs ist das Scheitern der Anderen III

Jedenfalls die Sache mit dem Plan: Abschluss, Job, Geld. Und das mit der Kunst. Ich dachte zuerst, ich lasse das Universum entscheiden, kein Scheiß. Kommt der Job, kommen die Kunststipendien, ich nehme alles und mache da weiter. Aber nach zwei Wochen hatte ich das hinter mir. Nach zwei Wochen hatte ich so ziemlich alles hinter mir, von billigen Zigaretten kaufen, um Geld zu sparen, bis zu Sushi liefern lassen, weil ich tagelang nicht die Wohnung verließ. Manchmal fand ich es gar nicht so schlimm. Ich legte mich ins Bett und deckte mich zu. Es war eigentlich schon Frühling, aber immer noch Winter. Ich schaute den ganzen Tag runtergeladene Serien und ließ mich von der rührseligen Filmmusik anficken. Dann dachte ich, wenn ich mich einfach nicht bewege, wird alles gut. Oder anders, alles wird nicht gut, aber auch nicht schlechter, weil ich tue ja nichts und vom Im-Bett-liegen kann nichts Schlechtes kommen. Ein paar Wochen ging das so. Das war eben im Frühling.
Irgendwann schrieb mir Richard im Forum. Er schrieb gleich mehrmals, aber ich öffnete die Nachrichten nicht, sonst würde er das mitkriegen. Man muss ja trotzdem das Gesicht wahren, obwohl man die welken Sushireste von vor zwei Tagen mit den Fingern isst. Richard hörte irgendwann auf zu schreiben. Meine Adresse hatte er nicht, eingeladen hatte ich ihn nie. Wozu auch und wer will das eigentlich.
Ich lag dann weiter im Bett und weinte wieder, ein bisschen aber nur. Ich kam mir auch schon recht eklig vor, obwohl ich doch erst irgendwann zuletzt geduscht hatte, aber sicher war ich mir nicht. Ich klappte den Laptop zu und lag da und ließ die Tränen laufen. Als die irgendwann alle waren, lag ich immer noch so da und es wurde dunkel und wieder hell. Dann bemerkte ich, dass hier kapital was schief lief und bekam Angst. Ich würde inmitten dieser Stadt sterben und niemand würde es merken.

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