Foto: Dina Lucia Weiss
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Das Ende des Sommers I

 

Als der Herd Feuer fing, die halbe Küche in Schutt und Asche legte und Laura sich dabei so schreckte, dass sie sich zwei Stunden im Badezimmer verbarrikadierte und wir darum das Wasser zum Löschen aus dem Klotank häferln mussten, waren wir eigentlich auf dem Weg in den Urlaub. Den letzten gemeinsamen Urlaub. Ich war gerade 20 geworden, Laura hatte etwas fertig studiert vor zwei Monaten und trotzdem in einer Bank begonnen.

"Schluss damit," sagte sie, "Schluss mit diesen Familienurlauben." Als sie das sagte, trug sie ihren breitkrempigen Sommerhut und steckte weiß-blau gestreifte Shorts und Sonnenöl in einen Koffer. Ich glaube, sie lächelte.

"Findest du nicht ...", begann ich.

Sie hielt kurz inne, fuhr sich mit beiden Händen durch die Haare und antwortete: "Riechst du das? Das ist doch Rauch?" Dann sprintete sie zur Tür raus, der Hut wehte dramatisch drei Schritte mit und fiel dann über ihre Schultern zu Boden.

 

Vater bekämpfte den Brand mit stoischer Miene. Er zog seine dicke Weste aus und begann damit auf die Flammen einzuschlagen. Nicht gewaltvoll, sondern mit Ruhe und Ausdauer, als wüsste er von Anfang an, dass Contenance siegen würde. Das beeindruckte mich. Wie ein unnachgiebiger Riese kam er mir vor und ich überlegte, wie er in wadenhohen Stiefeln und einem spitzen Hut aussehen würde.

Mutter hämmerte zuerst erfolglos an die Badezimmertür und schrie nach Laura, aber die schrie nur zurück. Dann gab Mutter auf und zu zweit bildeten wir eine Löschkette vom Klo über den Flur bis in die Küche. Ich drehte das Wasser zum Nachfüllen der Klospülung auf und schaufelte um mein Leben, während Mutter herumlief und das Feuer mit den kleinen Lackerln kitzelte. Einmal schüttete sie dabei Vater an. Ich weiß nicht, was genau brannte, aber Vater besiegte es. Er erstickte das Feuer und wischte sich dann mit dem Handrücken über das Gesicht. Ein bisschen Ruß blieb auf seiner rechten Wange. Das Haus war gerettet, die Küche aber verloren.

Mutter riss die Terrassentür und alle Fenster auf. "Schad drum," sagte sie, "wir hatten sie erst 11 Jahre."

Vater ignorierte uns beide und begann die Reisetaschen ins Auto zu tragen. Als Laura aus dem Bad kroch, war alles gepackt und wir fuhren endlich los.

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