Foto: Dina Lucia Weiss
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0529

Bahía Salvador, Teil 29/31

Am Strand unten. Inmitten der Leute. Die Musik quillt aus den Rohren, das Feuer bescheint die Nacht, ich selbst stehe drinnen im Feuer und alle um mich herum, und ich schreie, gebt mir eine Bühne, immer wieder, doch von denen kein Wort. Gebt mir eine Bühne und rettet euch, schreie ich, starre aus dem Feuer in entgeisterte Augen und murmelnde Münder, die immer lauter werden, und ich schreie, jetzt haltet doch alle eure Fresse endlich, und irgendwo unter ihnen ist auch Nathalie, ich höre ihren Mund meinen Namen rufen von weit weg und da lasse ich den Leguan fallen, mein Gesicht, meine Hände, alles verschmiert und überall Blut ...
Und dann blicke ich mich um. Sie sind alle tot. Aber ich bin so lebendig!
Und ich rufe: Wusstet ihr, rufe ich, in Japan gibt’s spezielle Clubs, da kann man sich ein Tier aussuchen und ficken, bevor man es isst! Und ganz sicher geht das auch in Gießen und Saarbrücken und dann kann man auch Leute dafür bezahlen, dass sie die Tiere ficken, bevor man sie isst! Oder man lässt sich ficken, oder bezahlt dafür, dass sie amputierte Körperteile an das Tier verfüttern, das man später fickt, ja wusstet ihr das?!
Gelächter. Aber ich schreie dagegen an und you are that kind of perverts, sag ich euch und you’re all gonna die, sag ich, und dann das Messer, das werf ich in die Fratzen rein und dann spring ich auf und pack den Leguan und renn davon, und da lacht ihr nicht mehr, da lacht ihr nicht mehr, aber Gundi lacht, ja, die grunzt und hält den runden Bauch umschlungen, zuckt lustig, wie ein abgestochenes Schwein und quietscht und macht, ja Obacht, dass dir die Pfeife nicht aus dem Schnabel fällt, so lustig hast du’s! Was ist daran so komisch, frag ich, und schleppe den Leguan davon.
Zerre ihn den Pfad hinauf, den mir keiner leuchtet jetzt. Mir schwinden die Kräfte.
Oben auf dem Plateau lege ich ihn nieder.
Dort muss er sein.
Und mich daneben.

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