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0518

Bahía Salvador, Teil 18/31

„Wie man im Ausland auf heimisches Essen abfährt“, sage ich. „Oder überhaupt: die Heimat. Wissen Sie, für das, was Ihre Vorfahren womöglich verbrochen haben, verurteile ich Sie nicht – aber bitte, Sie dürfen mich auch nicht vorschnell verurteilen, gell!“
Ich zwinkere ihr zu. Aber Gundis Gesicht platzt vor Teilnahmslosigkeit. Grunzt nur ein Bisschen. Unglaublich. Was für ein Vieh. Das mit den Hedo-Schlampen fand sie irgendwie spannender.
„Ich war nicht verwirrt“, sage ich, „einfach nur sehr wütend. Von wegen, ich sei nicht ‚ich selbst‘ gewesen. Unsinn! Es musste wohl alles so kommen. Denken Sie an den Wal, Gundi. Erinnern Sie sich daran, wie Nathalie und ich bei Ihnen aufgetaucht sind?“
Gundi drückt ihre Zigarette aus. Ich schiebe mir schnell die letzte Maultasche rein, paar Röstzwiebeln dazu. Noch etwas Cola.
„Und sagen Sie jetzt nicht, dass Ihnen da schon klar war, wie es mit uns ausgehen würde“, sage ich und räuspere mich: „Ja, also, eins wollte ich ihnen noch sagen: Es war sehr nett von Ihnen, dass Sie die Speckwürfel aus den Bratkartoffeln rausgelassen haben an dem Abend. Extra für uns. Echt jetzt.“
Hat sie mit den Schultern gezuckt? Na, das wär doch mal was. Hallo, jemand zu Hause?
Nichts. Stattdessen stemmt sich Gundi umständlich und schwer atmend aus dem Stuhl, packt das Geschirr zusammen und wackelt zur Bar hoch. Schon kommt sie wieder, stellt eine Flasche und zwei Gläser auf den Tisch. Jetzt aber! Wie sie sich Mühe gibt, chic dabei zu tun! Kein Röcheln, Rotzen, alles ganz fein. Und zum Höhepunkt zaubert sie eine lange, lange Würstchenkette aus ihrer Schürze hervor. Ich frage nicht, schaue selbst in der Speisekarte nach: Landjäger.

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