Foto: Dina Lucia Weiss
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0511

Bahía Salvador, Teil 11/31

Augen auf. Gundi. Unscharf. Sie stellt ein Glas mit einem dunkeln Getränk auf den Tisch. So fürsorglich. Die Gute. Sie räumt den Teller und die Bierflasche ab und will schon wieder wegstiefeln auf haarigen, kräftigen Beinen, da sag ich „Gundi“, oder lalle es vielmehr, meine Zunge klebt irgendwo fest.
„Gundi - können Sie mir ...?“ – aber schon ist sie davon. Ich schließe wieder die Augen. Mein Magen rumort noch immer. Ich versuche ihn mit kreisenden Bewegungen zu beruhigen, aber er dröhnt in meinen Ohren wie eine aufgeregte Schiffsschraube ... Ich hätte es einfach sagen sollen. Dass ich keinen Bock drauf hab, mit zwanzig Dumpfbacken in ein kleines Boot gezwängt irgendwohin zu fahren. Dass ich kein Bock auf Tourikacke hab, auf Tortuga Tours oder whale watching oder was, als hätten wir nicht schon genug von denen gehabt. Aber ich konnte es ihr nicht abschlagen. Und dann haben mich die Delphine ja auch ziemlich gerührt ... Nicht so nach dem Motto: Ach, Liebes, ich sage dir, die waren ja sooo schön und sooo anmutig – würde ja jeder sagen hinterher. Die Viecher haben mir echt die Tränen in die Augen getrieben. Es ging zu Ende mit uns, dachte ich, und sie war ein schöner Delphin, der mit anderen schönen, zum Lächeln verdammten Delphinen im Meer umhertollte und ich war - was anderes ... Und dann ging es los. Mit der Wut. Und als der eine guía der Riesenschildkröte hinterher ist und wie er sie an die Wasseroberfläche gezerrt hat, furchtbar gestrampelt und gebissen hat sie. Aber keine Chance. Wie dumm sie ausgesehen hat mit ihrem Tante-Emma-Blick und dem stumm fauchenden, strengen Maul. Am liebsten hätte ich dem Dreckskerl die Zottelhaare vom Kopf gerissen. Aber alle andern so begeistert. Wem es unangenehm war, hat trotzdem tapfer die Kamera draufgehalten. Und dann durfte das Tier ja auch wieder abtauchen, mein Gott, wie sie da alle geklatscht haben. Heuchler allesamt. Da war’s mir schon zu viel.

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