Foto: Dina Lucia Weiss
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1001

Auch die Sterne werden andere sein, hier, in allen Nächten in dieser Fremde weit fort von meiner Fremde=Heimat.

Reinhard Jirgl, Abschied von den Feinden


Der Taxifahrer bittet uns in sein Auto. Noch bevor die Kupplung greift, zündet er sich eine Zigarette an, kurbelt das Fenster runter. Er erzählt, er habe sich gestern mit einem Kollegen volllaufen lassen und sei anschließend nahe der Grenze gefahren, um eine fünfköpfige Migrantenfamilie bei Horgoš abzusetzen. Noch bevor ich meinen Morgenkaffee austrinken konnte, war ich schon wieder in Belgrad, sagt er mit rauchiger Schnapsstimme, den Qualm aus seinen Nasenlöchern pustend. Allein im Juli und August habe er dreitausend Euro gemacht. Er versuche ja ehrlich zu bleiben, aber was soll er machen, schließlich verdiene er weniger als dreihundert im Monat, dies sein nun die Gelegenheit für ihn und seine Kollegen, so etwas habe er nur während der 90er erlebt, als die Vertriebenenschar nach Belgrad rein wollte. Sie sitzt hinter mir, ich greife nach ihrer Hand und sage ihr, sie solle sich anschnallen. Dann kurbele auch ich das Fenster runter und versuche, der Nacht wenigstens ein wenig Luft abzugewinnen.

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