Foto: Dina Lucia Weiss
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0531

Atlantik

 

An dieser Stelle, wo Himmel, Land und Meer ihre Ordnungen durcheinanderwarfen, hatten wir uns niedergelassen. Am Fuße des alten Kriegsbunkers hatten wir uns müde gespielt und lagen auf Bastmatten zwischen Strandgut und den gebräunten Beinen unserer Eltern. Wir lauschten ihren Stimmen aus weinroten Mundwinkeln. Einer von ihnen warf Holz aufs Feuer, einer nahm den letzten Schluck aus der dickbäuchigen Marie-Jeanne, einer seufzte, den Blick nach oben ins dunkle Blau gerichtet. Nächtliche Kühle legte sich auf den Strand. Und es war, als würde hoch oben einer flache Steine titschen lassen, die leuchtende Streifen hinterließen und lautlos ins Meer fielen. Über uns alles gestochen scharf, als wäre der Himmel der Bogen mit den Lösungen vom Malen-Nach-Zahlen-Heft. Und die Wellen bewarfen uns mit Steinen, Holz und Müll, wie am ersten Mai. Brüllten uns an und nahmen dann alles wieder zurück. Und in all der Unordnung der Welt, lag ich da und spürte, dass es in mir niemals aufgeräumter gewesen war.

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