Foto: Dina Lucia Weiss
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0513

Jede rote Ampel ist eine Zerreisprobe für ihre Nerven

 

Nach 19 Jahren am Lenkrad, erkenne ich die drei Taxi-Typen sofort. Es gibt die Gestressten: Sie haben nicht damit gerechnet, plötzlich in einem Taxi zu sitzen. Irgendwelche Umstände – Zeitdruck, Regen – zwingen sie, bei mir einzusteigen. Sie winken hektisch, reißen ruckartig die Tür auf und nennen atemlos ihr Ziel. Es geht ihnen nicht schnell genug und jede rote Ampel ist eine Zerreisprobe für ihre Nerven. Meist sitzen sie hinten, krallen sich an die vorderen Kopflehnen und würden am liebsten selber fahren. Sie kramen in ihren Portemonnaies, noch bevor wir das Ziel erreicht haben und geben wenig Trinkgeld. Sie erzählen nichts von sich und wollen auch nichts von mir hören. Soll mir recht sein. Im Auto sind mir die Routinierten am liebsten – Typ zwei. Weil sie so unkompliziert sind. Sie fahren ständig Taxi und das merkt man ihnen an. Sie steigen meist vorne ein, nennen ihr Ziel und sind dann ruhig. Taxi fahren gehört zu ihrem Alltag, wie einkaufen und telefonieren. Sie haben die wenigen Regeln verstanden und sind entspannte Beifahrer. „Von A nach B“ ist ihr Motto und das ist auch meins. Die Korrekten fahren selten Taxi, planen aber ihre Fahrten und bemühen sich, die Regeln zu befolgen. Oft strahlen sie Unsicherheit aus und fragen vorab nach dem Preis. Während der Fahrt sind sie aufmerksam und achten auf den Verkehr und auf mich. Schließlich sind wir uns fremd. Häufig kommentieren sie verlegen das Radio-Programm und halten belanglosen Smalltalk. Sie sind sich darüber bewusst, in meinem Raum zu sein; in meinem Wohnzimmer. Und hier passt man sich an.

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