Foto: Dina Lucia Weiss
Foto: Dina Lucia Weiss

Zu Gast im Mai

17-05 | Philipp Röding

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Dezember

16-12 | Jürgen Bauer

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Oktober

16-10 | Didi Drobna

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im September

16-09 | André Patten

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Mai

16-05 | Valentin Moritz

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im März

16-03 | Elias Hirschl

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Februar

16-02 | Markus Mittmansgruber

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

0512

Das Gesicht kann doch nicht einfach weg sein

 

„Der Mann hatte kein Gesicht mehr. Der hat sich angezündet. Hat mein Papa erzählt“, sagte das Mädchen und zog grünen Rotz zurück in ihre Nase. Sie saßen im Haus unter der Rutsche und der Sand der anderen Kinder rieselte unbemerkt auf ihre Köpfe. „Wieso kein Gesicht mehr?“ fragte ihre Freundin. Mit dem Ärmel wischte sie lila Kreide von den Holzwänden. „Das Gesicht kann doch nicht einfach weg sein.“ „Doch. Kann es. Hat Papa gesagt. Der ist da Arzt.“ „Und wie soll das gehen?“ fragte sie skeptisch. Rotz jetzt auch unter ihrer Nase. „Papa sagt, der hat sich was Flüssiges über den Kopf gekippt und dann gebrannt.“ Sie hob die Arme, steckte ihre Finger durch einen Holzspalt und baumelte in der Mitte des Hauses. „Der hat sich umgebracht“, fügte sie hinzu und ließ sich fallen. Schweigen. „Aber es bringt sich doch niemand um. Man will doch was von seinem Leben haben“, rief das Kind erschreckt der lachenden Freundin hinterher, die zusammen mit einem Stück seiner Kindheit zu den Schaukeln davonlief.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0