Foto: Dina Lucia Weiss
Foto: Dina Lucia Weiss

Zu Gast im Mai

17-05 | Philipp Röding

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Dezember

16-12 | Jürgen Bauer

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Oktober

16-10 | Didi Drobna

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im September

16-09 | André Patten

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Mai

16-05 | Valentin Moritz

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im März

16-03 | Elias Hirschl

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Februar

16-02 | Markus Mittmansgruber

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

0428

SchLyrik

 

Viel zu viele Relgionen

Tun nicht lieben und nicht schonen,

Für den Geist ist alles klar.

Nicht dass er da unvernünftig

Wär, sein Denken is schoa zünftig,

Aber will ich angemerkt

Haben, als die Prüfinstanz,

Nicht zensierend, modulierend,

Hoffentlich verifizierend

Jene Dingelchen, die wahr

Sind; ich nun als ... Wahrheitszar

Sage laut heraus, verkünd:

Meine Meinung ist zur Stund

Die, dass irgendwie doch schon

Alle Menschheitsrelgion

So beschaffen ist: Sogar

Größte Christen, das ist wahr,

Bilden plötzlich eine Schar

Von Fanatikern. So sind

Viele X-istén gesinnt.

Eigentlich müsst man ja sein

Aufrechter Traubenwein,

Sprich ein Existenzialist

Und nicht etwa Kommunist

Oder ein Separatist,

Theologe, Germanist.

(Zugegeben, Letztres ist

Mehrn Witz, ne Reimwortlist).

Hauptsache ist jedoch:

Sei nicht schlecht (auf Russisch: „ploch“),

Führe einfach ein Leben,

Wie es Gott dir hat gegeben,

Nimm es an und mach daraus

Ein ganz wohnlich Lebenshaus.

Doch die andre Seite ist

Der Medaille auch gegeben:

Kommt man nämlich auf die Welt,

Geht es los mit Weben, Streben.

Ganze Wellenfunktionen

Brechen hundertfach zusammen,

Kollabieren, laut dem Fach-

Mann, dem Physiker; beisammen

Liegen wahrlich ganze Welten,

Grade deshalb darf nicht schelten

Man den andren oder einen,

Bleibt doch mit sich selbst im Reinen.

Wie im Kleinen, so im Großen

Lässt das Weltenlicht erscheinen

Viele Dinge manchmal so,

Manchmal aber auch ... so.

Mit andren Worten, was ich sagen

Wollte war: Man ist zum Wagen

Oft gezwungen, radikal

Zwerden, was ja sehr banal

Ist, denn jedes Menschkind weiß,

Für alles gibt es einen Preis,

Und für das Leben auf der Welt

Ist Pipikalität das Geld.

Wobei hier noch hinzuzufügen

Die Tatsach wär, dass diese Vers,

Welch enden auf Welt und Geld,

Ich schon mal hatt mir auserwählt

Für ein anderes Gedicht,

Zu wissen dies ist für mich Pflicht,

Denn „für das Lachen auf der Welt

Ist Wissen jenes [schöne] Geld“.

Nun, wie gesagt, ich (als Poet)

Verlange die Radikalität,

Denn „ach, verdammt, es ist so schwer

Zu bändigen den Fluss“,

Das Leben fließt, und ein Genuss (!)

Ists zu tendieren, denn nur der

Lebt wahrhaft mit der Seel, mit Herz,

Der voller Mut nen Monat März

Frech tauft bei einem neuen Namen,

Und dabei bleibend schön im Rahmen

Der einen auserwählten Art,

Zu tragen beispielsweis nen Bart.

Das ist, wie soll ich sagen, wichtig,

Natürlich auch ziemlich nichtig,

Wenn man bedenkt, dass es Geschmäcker

Nicht so viel gibt verschiedner Art,

Und dass die Leute mit dem Bart

Wohl kaum wären in der Lage,

Ganz ernstlich, ohne langes Kramen

Herauszurufen, dass ihr Rahmen

Sei einzig und individuell,

Das wär doch übertrieben, gell?

Ich mein, so ists doch heutzutage,

Banalität ist größte Plage

Der Menschchen, ob mit Augenring,

Gemeint sind Piercings. Ach, das Ding

Ist bald schon eh nur alter Schrott,

Man selbst gehört bald aufs Schafott,

Wenn man nicht den Versuch gestartet,

Im Geiste sich zu kultivieren,

Stattdessen aber nur gewartet,

Bis man musst plötzlich revidieren,

Was kurz zuvor noch Mode war.

Die Mode aber – niemals gar,

man muss sie kochen, muss sie braten,

Und trotzdem wird sie dich verraten,

Weil sie sich ändert, weitergeht,

Weil sich die Welt ja weiterdreht,

Doch bleibst du liegen weit am Rande,

So mach gefasst dich auf Schande.

Zusammenfassend wollt ich sagen,

Es ist nicht neu, nen Bart zu tragen.

(Gewiss, es gibt da ein paar

Unterschiedlichkeiten, klar,

Mal Schnurrbart und mal vollbehaart,

Jedoch ists alles Bartsalat.)

So, nun, die Klammer ist jetzt zu.

Hey, du, Gehirnchen, gib kurz Ruh,

Grad wollt ich A zu Ende machen,

Kommn auch schon B, C, andre Sachen.

Als ich, mich meinerseits versteckend,

Ne klare Wand erblick vor mir,

Ich werde rot und wild, erschreckend,

Mich spiegle darin nieder, Tier!

Nun ja, jetzt geht es aber weiter,

Das stimmt mich nicht so sehr heiter,

Denn es ist Fakt, dass Vieles noch

Zu sagen wäre, ja. Jedoch

Vergesse ich so ganz geschwind

Die Dinge, einst gebracht durch Wind

Des guten Brainstorms sogenannten,

Der nur besorgt die nah verwandten

Begriffe, welche dann entstehen,

Wenn jener „Wind“ beginnt zu „wehen“,

Wenn denn das Assoziative

Geht in Denkungsoffensive,

Wenn sich bilden ganze Blöcke

Von Ideen: z. B. Röcke

Fallen dann mir ein, wenn

Kleider sind das Thema, denn

Es ist so, dass mein Gehirn

Trotz der sehr verwirrten Wirrn

Schnell verbindet mit nem Kleid

Wie gesagt den Rock; ob weit

Oder eng und kurz er ist

Vorgestellt bei mir, ihr wisst,

Hängt von vielerlei Faktoren

Ab. Da ich zu Junioren

Noch gehöre, denk ich anders,

Als wenn ich bei Senioren

Wäre Mitglied; dann würd sicher

In vergangnen Zeiten schwelgen,

Andren würden Ohren welken

Von den Schwänken, die vielleicht

Ich erzählen würd verweicht,

Emotional gesehen.

Sehr sentimental zugehen

Würds wahrscheinlich dann und wann,

Doch noch bin ich nicht im Bann

Eingefangen, den das Alter

Bringt mit sich, ob man nun Walter

Heißt mit Namen, oder Franz,

Eines Tages geht des Lebens

Fröhlich-heiter-bunter Tanz

Gegen Ende, und des Strebens

Volle Jahre bis zum Kranz

Auf dem Sarg sind ganz vergebens

Nun gewesen, und der Glanz

In den Augen, er verschwindet,

Leben tut nun unser Franz

Lediglich noch in den Herzen

Jener, welche auch schon bald

Müssen werden leider kalt.

Ja, erkalten wird der Mensch,

Wärmetod ist vorbereitet,

Ob nun jung man ist, ob alt,

Lebenslang wird man geleitet

Zu nur einem Ziele hin,

Dies Ziel aber hat 00 Sinn.

Von dem Tod sprech ich, dem Nichts,

Ewgem End des Seienslichts.

Doch darf man gewiss nicht dies:

Vergessen und nicht achten drauf,

Dass Greisenalter auch noch kann

Von Vorteil sein. Man nimmt in Kauf

Zwar, dass man wohl doch ist nicht mehr

So stark, wie man gewesen wär,

In Jugendzeiten hätt man da

Trainiert die Muskeln, aber na-

Türlicherweis (ich übertreibe)

Sind nicht so viele drauf gekommen,

Dass wenn man sich hätt vorgenommen,

Gesund zu werden (auch für später),

Und wenn man sich noch ein paar Treter

Gekauft hätt, dass man dann durch-

Aus mit Sport fit wien Lurch

Hätt werden können, doch jetzt ist

Die Chance vertan. Ein Gitarrist

Jedoch noch kann sich Spaß erzeugen,

Vorausgesetzt, man hat sich da

Gekonntheit antrainiert. Tja-ja,

Wenn dieser Fall sollt treten ein,

Genießt mans Alter wie nen Wein,

Dann hat man Zeit (und oft auch Geld),

Durch Weisheit ist man auch erhellt.

Gewiss, nicht immer, aber oft

Hat man gelebt davor ganz soft,

Sprich ohne Geistigkeit in sich,

Dann rettet dein Alter dich

Wohl kaum. Im Gegensatz dazu

War Picassó ein echtes Wu-

Nderkind, das ist bekannt,

Und deshalb galt dies als Garant

Dafür, dass mit der Zeit er ward

Nur besser, von der hohen Wart

Konnt er dann seine wahre Pracht

Als Meister offenbaren sacht.

Ja, ja, das Alter ist ne Sache,

Mal ist es gut, doch andren Rache

Steht auf der Höh des Tagesplans,

Gemeinheit ist die Quell des Wahns,

Der nur entspringen konnt, weil man

Rein gar nichts hat erreicht, und dann

Ist es ja nur zu verständlich,

Dass Tugendloses unabwendlich

Vermag zergreifen alte Sinne,

Sagt „Stopp!“, wenn ich jetzt zu weit spinne,

Doch hab ich wohl bestimmt recht recht,

Wenn ich behaupt: N alter Specht,

N Vorkriegsknacker, der im Leben

Sich und den andren nichts gegeben,

Mal abgesehn von CO2,

Von dem die Pflanzen allerlei

Gebrauchen können, denn sie tun

Photosynthese treiben un-

D das ist ja, wie wir lange wissen,

Die Sach schlechthin, ich kann nicht missen

O2, den Sauerstoff, den sie

Stets produzieren allseits. Wie,

Frag ich mich dann doch sehr gespannt,

Wie kann man wollen, dass I. Kant

Gedacht, gelebt auf unsre Kosten

Hat. Ach, verlass den hohen Posten,

Du Arbeiter der Stirn, du „Held“,

Verdien du lieber richtges Geld!

Ich wette, dass es solchen Neid

Schon immer gab, er bleibt auch weit-

Erhin bestehen. Der Gigant,

Der Denker, der als Infiltrant

Und arrogant bald gilt, bald nicht,

der Dummen Dunkelheit wird licht,

doch ach, bis jeder aufgeklärt ...

(Wirds denn je gut, wenns lange währt?)

Mit andren Worten (wie vorhin):

Im Alter sollte Lebenssinn

Zum Vorschein kommen, auch wenn er

Mag sein so sinnlos wie sonst wer.

Ach mein Gott, was wollt ich sagen,

Ich habs vergessn, doch muss ich wagen

Zu dichten weiter, bis ich nicht

Mehr kann. Ich will nun Schicht um Schicht

Hier auftragen neue Schlüsse,

Beschreiben Folgerungen neue,

Und wirds mal etwas zu abstrus,

Ich will nur ungern fühlen Reue,

Nur weil ich angestrengt versuche

Zu lesen aus dem Lebensbuche,

Das schwer ist, komplex, und leicht,

Mal ist es tief, mal ist es seicht.

Nun ja, so sind Gedanken eben:

Mal sind sie klar, mal ganz daneben.

Gedanken kritzen und sie fritzen,

Sie flitzen langsam. Und von Witzen,

Von schlechten halt ich nicht so viel

(Jetzt geht es los): Sie sind debil

(Der Strom, er fließt, jetzt geht es los,

Das Denken ist, wie wahr, famos,

So sehr famos, dass man vergisst,

Daran zu denken, dass (ihr wisst)

Das Denken (welches tut verrenken

Nicht nur Gehirne, sondern auch

Gar Muskeln vom Gesäß, vom Bauch,

Weil man, sobald erschwert gedacht

Und im Prozesse inbegriffen,

Wird wirklich so sehr stark ergriffen

Vom Denken und von der Idee,

Der man grad folgte und, o weh,

Wenn man ganz kurz daran gedacht,

Zu denken an die Muskelspannung,

Die ja vermag uns ganz in Bannung

Schnell zu versetzen dann und wann,

Wenn, wie gesagt, ich denk: „Ich kann,

Ich tu den Muskel hier bewegen,

Wenn ich zum Beispiel werd verlegen“,

Und denk an vorgestellte Worte,

So aktiviert sich jene Sorte

Von Muskeln, die normalerweise

Beim Sprechen nur machen leise

Und laut das, was wir zu sagen

Befehlen ihnen.)) Zu beklagen

Den Mist des Inhalts dessen, was

Wir sagen schrill (zuweil im Bass)

Recht häufig, wenn wir aufgeregt

Und unsre Ratio ist belegt

Durch primitive, instinktive

(Animalisch inklusive),

Im Affekt geschehende,

Dummen Wind verwehende

Faktor-3-gesteuerte,

Daher recht bescheuerte

Dingelchen gemeine,

In ihrer Fiesheit reine,

In ihrem Edelmut

Eher schlecht als gut.

Der verborgne Schweinehund,

Ach, verdirb dich selbst, du Schund,

Wirkst auf Menschen hinterhältig

Ein aus Tiefen; einfältig

Scheinstd zu sein aufn ersten Blick,

Doch ists wohl ein Hintertrick,

Den ich zu durchschaun vermag,

Weil ich mich doch so beklag

Über den uns zehrenden

Grrusch, gemein sich wehrenden;

Grrusche sind zwar schlau und hell,

Doch nicht intellektuell,

Etwa so wie Hitler war

Bloß ein schlauer Barbar.

Klüglich, leicht verzogen,

Brill and Nas gezogen,

Finger an dieselbige

Drangelegt, und schon,

tut mir leid, nur Hohn

Können sie durch mich

Ernten (viel) für sich,

Weil ...)

Ach, nehmn wir das nächste

Thema! Welches Thema schlägste

Vor, so sprich und lass

Verlauten dies (und das).

Na, wie auch immer,

Wo blieben wir denn stehn,

Wie solls nun weitergehn?

Ach, da fällt mir ein,

Aus der Not, die mein

Gewesen ist zu Anfang,

Mach ich Tugend krankhaft

(Wie gerade jetzt:

Ein Klammerkommentar!

Und schon flipp aus ich Narr

Und drifte gründlich ab

(Dies noch beschreibend knapp!),

Aus Nähe wird schnell Fratz,

Ach, apropos, die Sterne

(Ja, etwa so vonstatten

Gehts ab. Schon kommen Latten

Nicht selten nur des Reimes

(Ver)wegen bald des ... Schleimes

Macht wird erwähnt. Zugleich

Ist Opfer man und Scheich,

Zuerst schafft man den Wind,

Lässt dann sich wien Kind

Mal hin, mal her verwehen.

Ein seltsam Vorgehen

Entsteht, vergeht, entsteht.

Wer mich jetzt noch versteht?

Am „Schluss“ die Rechtfertigung

Und kurzrhand Abfertigung!)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0