Foto: Dina Lucia Weiss
Foto: Dina Lucia Weiss

Zu Gast im Mai

17-05 | Philipp Röding

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Dezember

16-12 | Jürgen Bauer

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Oktober

16-10 | Didi Drobna

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im September

16-09 | André Patten

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Mai

16-05 | Valentin Moritz

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im März

16-03 | Elias Hirschl

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

Zu Gast im Februar

16-02 | Markus Mittmansgruber

> zur Biografie

> zum online-KLISCHEE

0414

Operation Riesenlili (mit Sarah Kassem; Auszug)

 

HASIBLASI

 

Windhundieu ist ganz allein im Wald. Der Wald ist voller schrecklicher Geheimnisse. Winhundieus Hintern zittert. Er hat noch keine Kuschelmuschel, die ihm Lili gibt.

 


KUSCHELMUSCHEL

 

Lili!

 

 

HASIBLASI

 

Stattdessen bekommt Windhundieu jede Menge NIX-LILI vom Wald. Der Wald ist dunkel, doch Windhundieu ist nicht nach Munkeln zumute. Mit zitterndem Hintern bewegt er sich auf den grausigen Pfaden vorwärts – oder rückwärts? Unerklärliche Laute sind zu hören, gurgelnde Vorboten unaussprechlicher Qualen …

 

 

KUSCHELMUSCHEL

 

Armer Hasiblasi! Armer, ARMER Hasiblasi!

 

 

HASIBLASI

 

Windhundieu wäre traurig, wenn er nicht so viel Angst hätte. Er wäre unendlich traurig …

 

 

KUSCHELMUSCHEL

 

NICH traurig!

 

 

HASIBLASI

 

… über seine Einsamkeit. Aber statt Trauer fühlt Windhundieu bloß Entsetzen, für mehr ist in seiner Seele weder Zeit noch Raum. Das üble Nix-Lili kommt von allen Seiten auf ihn zugeflogen. Mal ist es der Mörderklang des Wilden Waldemars, mal dringt das sinnlose Blubbern von Waldfischen an sein spitzes Ohr. Wenn doch nur Kuschelmuschel bei ihm wäre, um ihn vor dem endlosen Nix-Lili zu bewahren. Doch Kuschelmuschel ist nicht da.

 

 

KUSCHELMUSCHEL

 

NICH „nicht da“!

 

 

HASIBLASI

 

Plötzlich erblickt Windhundieu ein düsteres Lichtlein in der Ferne. Er rennt los, so schnell er kann, und kommt recht bald zu einem Haus. Das Haus ist klein und einfach, es hat keinen Schornstein, keine Tür und nur ein einziges Fenster. Und aus diesem Fenster flackert ein seltsames Licht, das Windhundieu zuvor angelockt hatte. Noch hofft Windhundieu, in diesem Haus etwas Lili zu bekommen. Doch es ist niemand drin zu sehen. Windhundieu kratzt und schabt von allen Seiten an den Holzwänden des Hauses. Vielleicht hat er den Eingang nur übersehen. Doch nein! Nirgendwo gibt eine Latte nach, die Wand bleibt hart und kalt. Plötzlich ändert das Licht seine Farbe. Während es vorher ein fernes, fahles Gelb war, ist es jetzt zu einem rasierscharfen Rot geschwollen, das nur eins bedeuten kann: NIX-LILI!

 

 

KUSCHELMUSCHEL

 

(schreit herzzerreißend) NICH „NIX-LILI“!!

 

 

HASIBLASI

 

Windhundieu packt seine Vierbeine zusammen und düst Hals über Kopf und von allen guten Geistern verlassen in die erstbeste Richtung. Er rennt und rennt, durch Gestrüpp und Unterholz. Seine feine Nase hat nur Zeit, um die eigene Angst zu erschnuppern. Er will den bösen Wald endlich hinter sich lassen. Doch wohin er auch schaut, es gibt nur Dunkelheit, Einsamkeit, und das große NIX-LILI.

 

 

KUSCHELMUSCHEL

 

(ruft weinend) Armer Hasiblasi!!

 

 

(KUSCHELMUSCHEL nimmt HASIBLASI in die Arme, und sie kuscheln eine Weile.)

 

Lili!

 

 

HASIBLASI

 

Lili!

 

 

KUSCHELMUSCHEL

 

Lili!

 

 

HASIBLASI

 

Lili!

 

 

KUSCHELMUSCHEL

 

Lili!

 

 

HASIBLASI

 

Lili!

 

 

KUSCHELMUSCHEL

 

Lili!

 

 

(KUSCHELMUSCHEL nutzt die Gelegenheit und Nähe zu HASIBLASI, um kurzerhand zu ZOMBIEMUSCHEL zu mutieren und HASIBLASIs Nasenlöchlein ausführlich zu untersuchen. Dies ist für KUSCHELZOMBIEMUSCHEL ein sehr zeremonieller Vorgang und findet stets auf die gleiche Weise statt:

Mit unendlicher Sorgfalt und wohligem „Nngtsza“-Schnurren nähert sich KUSCHELMUSCHEL dem zu untersuchenden Löchlein, wobei sie Daumen und Zeigefinger zum Spreizen bereithält.)

 

 

HASIBLASI

 

NICH LÖCHLEIN! (Wehrt sich, vergeblich)

 

 

(KUSCHELMUSCHEL schnurrt und lässt nicht locker, bis sie ihr Ziel erreicht hat. Ihr Ziel besteht in solchen Fällen grundsätzlich immer darin, tief ins Löchlein (bzw. in die Spalte oder Falte oder Ritze) zu schauen und den Inhalt so vollständig wie möglich zu erfassen.

Zur Löchleinzeremonie gehört auch, dass KUSCHELMUSCHEL sich dem ausgesuchten, begehrten Löchlein ruckartig mit dem rechten Auge nähert und auf diese Weise den sog. Löchleinzoom vollführt.

Jeder Versuch ihres Opfers, in diesem Fall HASIBLASIs, sich gegen die intensive Löchleininspektion zur Wehr zu setzen, wird durch Abblockbewegungen schnell und präzise vereitelt.

Sollte die Löchleinzeremonie im Dunkeln stattfinden, so wird KUSCHELMUSCHEL mitunter versuchen, zwecks Adjustierung der ungünstigen Lichtverhältnisse aufs Löchlein zu hauen. Dass das Löchlein, so auch HASIBLASIs Nasenloch, nur in Ausnahmefällen eine Lichtquelle ist/hat, weiß KUSCHELMUSCHEL, da schlicht, nicht.)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0