Foto: Dina Lucia Weiss
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0224

superman in strumpfhosen, #3

er trinkt seinen kaffeetasse leer. blinzelt. das schärft die sinne. in der waschküche läuft das radio: 88.6 oder Ö3, mit rauschen. die falten an der nasenwurzel der mutter, das haar im ohr des vaters, der pickel im gesicht der schwester, kaum wahrnehmbar unter der dicken make-up-schicht. das porzellan: abgeschlagene stellen, metallspuren von löffeln und messern. die streusel auf dem kuchen. die öllandschaft über den köpfen. der herrgottswinkel mit den palmzweigen. die tannen verwandlen sich in gesteinsbrocken und die weiher in mondmeere. der herrgottswinkel: ein abstraktes ding aus holz, ein drache, ein wolkenkratzer? und er ist der held seiner kindheit – superman mit rotem umhang und blauen strumpfhosen. er muss den schönen schein zerstören. kurz und klein schlagen. angefangen beim lilienporzellan. er nimmt die zuckerdose. der sprung von früher öffnet sich in seinen händen, aus einer dose werden zwei hälften. zucker rieselt auf den kuchen und auf die tischplatte. seine tasse fliegt gegen die wand. scherben prallen ab und fallen zu boden, bleiben liegen. er springt auf, reißt das kleine ölgemälde von seinem platz über der eckbank und steckt es in die mikrowelle. es brutzelt. die mutter wird die mikrowelle putzen müssen. die hässliche kredenz: er schüttelt sie – mit einem ruck sind die türen offen, mit einer handbewegung die teller auf den boden gefegt. sie brechen, die teller – kein hausarrest, kein herrgott, kein aufessen-müssen, keine fragen.

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