Foto: Dina Lucia Weiss
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Situationselastisch

Je mehr man liest, desto mehr wird es entweder ein Verlesen oder ein Lernen, ein Korrigieren für die Universität oder eine andere bildungsferne Institution. Je mehr ich mich mit meinem und allem anderen Schreiben befasse, desto mehr frage ich mich, ob das Wörtliche denn auch das Wirkliche ist. Ob beide EIN und das SELBE sind, wie oft behauptet wird, oder eben nicht, sondern voneinander losgelöst, wie bei Reinhard Priessnitz. In einen Namen tauchen birgt die Gefahr des Ertrinkens, was jeder Säugling weiß, aber niemals weitergibt. Und weil jedes Wort zugleich Name ist, beginnt genau dort der Irrtum der Sprache. Im Egoismus des Einzelnen und in der Bewegung zwischen mehreren Egoismen. Sprache entwirft immer bloß Sprache und niemals eine Wirklichkeit. Wirklichkeit entsteht immer durch Wirklichkeit, die noch nie ein Mensch in ihrer Gesamtheit erfassen hat können, weil die Wirklichkeit keine Gesamtheit, keine Samtheit kennt. Auch Sprache ist im Übrigen nicht durch diese Kategorien zu begreifen. Im Grunde sind alle Wörter der Welt bloß alle Wörter der Welt, aber niemals eine Sprache. Ein Wort ist immer eine Nadel aus Heu in einem Heuhaufen, ganz selten gelingt es einem das gesuchte Wort auf eine mögliche Wirklichkeit hin zu finden und damit den Nagel auf den Kopf zu treffen.
           
            STARK WIE EIN SCHMETTERLING SEIN
            UND MIT DEN FÜSSEN SCHMECKEN
         
Eine Stunde Null immer wieder ansetzen, macht eine Literatur nicht hochwertiger. Keine Metapher schafft das. Und auch das ewige Sprechen über Bäume nicht. Was habt ihr damit, was gibt euch das? Haltet ihr mich für dämlich? Ihr schreibt auf dem selben Papier wie ich. Auf elastisch reißendem weißen Papier und auf den immer gleichen festgefahrenen Strukturen, den immer gleichen festgefahrenen Strukturen. So situationsunabhängig wie nur möglich, weil Literatur nicht einfach in Situationen schlüpfen kann, wie Maden in faules Fleisch etwa, weil Literatur mit Situationen eigentlich gar nichts zu tun hat. Weil sprachliche Zeichen immer bloß sprachliche Zeichen bleiben, immer bloß Kot zwischen Autor und Leser, und niemals nie eine tatsächliche Situation ergeben können. Erfahrung wird immer eher körperlich gespeichert, als sprachlich. Wer das nicht glauben kann, soll sich einmal ins Gesicht schlagen lassen, während er Goethe liest. Was wird wohl eher in einem Gedächtnis hängenbleiben? Der Schlag oder der Faust?

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