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0910

10. Ottobre 2012 – Al Mare


Als ich zum Meer komme, nicht Glück, sondern Erleichterung. Dass das Meer noch da ist? Eher wie ein Nachhausekommen und Jacke und Tasche einfach aufn Boden schmeißen.
Dann: Was nun? Rauchen tue ich nicht mehr. Könnte mit dem Handy ein paar Fotos schießen, aber das Meer sieht hier auch nicht anders aus als sonst. Also stehe ich nur da und schaue aufs Meer und weiß dann plötzlich nicht mehr, was fühlen. Für einen Moment überlege ich einfach umzukehren und wieder zu gehen, aber ich überlege einen Moment zu lange. Ziehe die Schuhe aus, kremple die Hosen hoch und gehe los. Am Strand nur ein paar Rentner, deren Haut so ledrig aussieht, als ob sie sich im Frühling hingelegt hätten und nun nicht mehr aufstehen wollten, außerdem ein paar angespülte Riesenquallen, violett schimmernd. Rechts zweimeterhohe Sandmauern vor den geschlossenen Dusch- und Baranlagen. Ab und zu ein Steinsteg ins Meer raus mit Fischern drauf – gäbe es sie nicht, die Tourismusbehörde müsste sie erfinden. Auf einem gehe ich auch raus, Krebse fliehen vor mir in die Spalten der aufgeschütteten Steine, ich würde gern etwas zum Fischer sagen – aber mein Italienisch…; und wenn ich was sage, dann nur, was ich sagen kann, nicht, was ich sagen will. Auf dem letzten Stein bleibe ich stehen und schaue ein bisschen aufs Meer raus. Darum mag ich wohl große Schiffe, weil sie mir das Meer erklären: weit. Als ob das Meer, so ganz ohne etwas, kaum Wellen, gar kein richtiges Meer wäre – immerhin der Geruch.
Nach einer Stunde, von der ich wohl eine halbe immer wieder stillstand und aufs Meer schaute, der Hafen. Er ist neu, oder zumindest die Anlage. Gibt es Menschen, die nur Hafenmauern entwerfen und bauen. Hafenmauerarchitekt, das will ich werden, wenn ich groß bin. Als niemand schaut, pinkle ich ins Meer, und stelle mir vor: wie ein Hund, der markiert – mein Mittelmeer jetzt, mein!

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