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18 - Freigeistigkeit

Die meisten Autor_innen veröffentlichen auf ihren Websites ausschliesslich gute Rezensionen oder gute Passagen aus  erträglichen Rezensionen (mir fällt als Gegenbeispiel nur Franz Hohler ein, der stolz seine liebsten Verrisse präsentiert, aber für den gilt wahrscheinlich inzwischen, was die Counting Crows von Bob Dylan singen: When everybody loves you, son, that's just about as funky as you can be.)

Andererseits gibt es Autor_innen, die veröffentlichen überhaupt keine so genannten Stimmen zu ihren Büchern, die halten nichts von Rezensionen und lesen sie auch nicht, nicht mal welche, die sich mit Büchern von anderen Leuten befassen.

Ich habe bislang zu den Lieblingskritikenveröffentlicherinnen gehört, komplette Kritiken zuerst, später dann nur noch eine Best-of-Seite pro Buch. Ich habe nicht zu denen gehört, die Kritiken links liegen lassen, abgesehen von ein oder zweien, die ich auf Anraten meines Verlegers oder einer anderen um meinen Seelenfrieden besorgten Person nicht (oder erst mit grossem zeitlichem Abstand) gelesen habe.

Ich bin auch nicht eine von denen, die lesen und vergessen. Insbesondere die schlechten Kritiken, die schlechten Passagen aus den erträglichen Kritiken besetzen hartnäckig Speicherplatz in meinem Gedächtnis, einzelne Sätze daraus poppen in den unpassendsten Momenten auf wie Werbefenster für Sportwetten.

Einer von diesen Sätzen hat sich als besonders penetrant erwiesen, hat stets alle Pop-up-Blocker überwunden, dieser Satz, der mich übrigens in Österreich ereilt hat, geht mir mehr als andere nach und nah. Das könnte an seiner Prägnanz liegen, war es doch der Schlusssatz einer kurzen Kritik, wahrscheinlicher aber daran, dass er so viel mit mir zu tun hat.

Und wenn ich auch weit entfernt von Hohlerscher Funkyness bin, will ich doch meine Zeit in der Klischeeanstalt nutzen, um diesem Satz eine Plattform zu bieten:

 

Freigeistigkeit sieht anders aus.

 

So, da steht er. Und ich denke, solange ich mich noch frage, wie sie denn nun aussieht, die Freigeistigkeit, solange ich mich noch frage, was es mit mir und der Radikalität auf sich hat, solange ich noch nach radikalen Freigeistern bei Google suche, (Cyrano de Bergerac, John Cusack,  Philippe Petit und, aber abwertend, Lady Gaga), solange an meiner Lampe noch die Tüte mit den Sprüchen von Jenny Holzer hängt (Abuse of power comes as no surprise, Money creates taste, The future is stupid...), solange ich noch Kritiken lese und mir darüber Gedanken mache, soll er getrost hier stehen, vielleicht schreibe ich ihn sogar demnächst auf die Holzersche Tüte.

 

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