Foto: Dina Lucia Weiss
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Zu Gast im Mai

17-05 | Philipp Röding

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Zu Gast im Dezember

16-12 | Jürgen Bauer

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16-10 | Didi Drobna

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Zu Gast im September

16-09 | André Patten

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16-05 | Valentin Moritz

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Zu Gast im März

16-03 | Elias Hirschl

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Zu Gast im Februar

16-02 | Markus Mittmansgruber

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acht. Verlieben, hm?

Verlieben, hm? ich weiß nicht mehr, wie das ging. man erblickt jemanden und dann zischt und knackt es an den Innenseiten der Schläfen? und in den Ohren plötzlich undefinierbare Summtöne, man weiß nicht, ob sie von sich verändernden Temperaturen und Druckverhältnissen im Kopf verursacht werden, so wie in einem pfeifenden Teekessel, oder ob man aufgrund von beginnenden Eiweißzersetzungsprozessen in letzter Instanz eine Oper halluziniert? und dem Herzen, dem Herzen wird ganz klaustrophobisch zumute, im Brustkorb, und es versucht, sich wild um sich schlagend vorbei an Knochen und Sehnen aus dem Fleisch zu schälen? der gesamte Körper verwandelt sich in ein sinkendes Schiff und sämtliche Arten von Flüssigkeiten verlassen ihn, fliehenden Ratten gleich. Speichel, Tränen, Schweiß, Scheidensekret. der Blick wird glasig, fischlich glotzen die Augäpfel aus ihren behaarten Höhlen, die Lidschlagfrequenz erhöht sich, um lästige Insekten zu verscheuchen, die auf den süßen Geruch nahen Verderbens längst aufmerksam geworden sind. die Beine können sich nicht für eine Fluchtrichtung entscheiden, die Knie klappen zusammen, um ein peinliches in-der-Mitte-Auseinanderreißen und an-Ort-und-Stelle-Darbieten sämtlicher innerer Werte zu verhindern. aus dem Kehlkopf krächzt ein Vogel, den man einst als Kind mit großer Mühe dort hineingestopft hatte, bald wird auch er sich befreit haben. alles scheint aus einem zu strömen, die Arme gestikulieren verzweifelt kuriose Figuren, der Magen rebelliert, platzt er doch fast vor hunderten fetter Maden, die sich plötzlich schnellstens verpuppen wollen, alle auf einmal, ein Wunder der Natur. der Kehlkopfkrächzvogel wittert fette Beute und strampelt sich zum Kloß geknüllt nach unten, ein Schlacht- und Fressfest beginnt. hier ergreift das Herz seine Chance, macht einen Satz hoch und liegt einem sogleich auf der Zunge, daher das Sprichwort. ja nun, das kenne ich alles, und du sagst, dass das Verlieben ist, tatsächlich? und ob ich so etwas erneut über mich ergehen lassen möchte? nein, ich glaube, das möchte ich nicht.

 

> Ilitcheva

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